Das Gazette Café bezeichnet sich selbst als „l'autre lieu" — einen unklassifizierbaren, hybriden Ort im Herzen von Montpellier, einen Steinwurf vom Bahnhof Saint-Roch entfernt. Man kommt hierher für ein Getränk, ein Essen mit Freunden, einen Vortrag oder ein Konzert, eine Verkostung, eine Ausstellung, einen Tanzkurs oder einfach um ein gutes Buch zu genießen — all das mit einem einzigen Leitgedanken: Verbindung zu schaffen. Hervorgegangen aus einer originellen Initiative eines Teams junger Menschen um Édouard Serre, mit der Unterstützung der Wochenzeitung La Gazette de Montpellier, eröffnete es 2015 in einer ehemaligen Peugeot-Garage, die in einen Tempel der Kultur und gesunden Küche verwandelt wurde, ohne dabei ihre industrielle Seele zu verlieren — und es ist seitdem stetig gewachsen, zuletzt durch eine neue Erweiterung. Unter seinem Glasdach verankert ein Olivenbaum einen Speisesaal, der mit wechselnden Foto- und Gemäldeausstellungen geschmückt ist.
Kulinarisch ist das Gazette Café eine stolz lokal orientierte Brasserie, in der der Küchenchef die besten regionalen Produkte auswählt — saisonales Obst und Gemüse, aromatisches Fleisch französischer Herkunft, frischen Fisch — alles zubereitet in Küchen, die sich zum Gastraum hin öffnen, mit stets einer veganen Option auf der Speisekarte. Die Küche verbindet Tradition und Moderne, mit Vorspeisen wie einer Linsensuppe in Kokosmilch oder einem Wolfsbarsch-Ceviche mit hausgemachten Süßkartoffelchips, und Hauptgerichten von einem vegetarischen Burger mit Spinat und Tomme catalane sowie einem veganen indischen Masala Dosa bis hin zu einem Aubrac-Rindfleischburger, im Ofen gebackener Goldbrasse mit Sauce vierge oder einem Rinder-Faux-filet mit Chimichurri — abgerundet mit Köstlichkeiten wie Banoffee Pie, Mango-Panna-cotta oder Café gourmand. Am Abend wechselt die Küche zu Sharing-Tapas — Süßkartoffelpommes, Patatas bravas, Gyozas, im Muscat de Frontignan gegrillter Chorizo, der gebratene Camembert des Küchenchefs, Burrata mit Pesto — zu genießen rund um den Olivenbaum, vor der Bühne oder in der Stille des Innenhofs. Die Bar ist überwiegend bio, mit regionalen okzitanischen Weinen, lokalen Craft-Bieren, biologischen Fruchtsäften und Heißgetränken, Apéritifs und einem monatlich wechselnden Hauscocktail.
Was den Ort jedoch wirklich auszeichnet, ist sein kulturelles Leben. Abends gibt es Live-Musik — Blues, Swing, Latino- und Weltmusik, französische Chanson, Jazz, Trad, Rock — und das Haus hat aufstrebenden regionalen Talenten echten Auftrieb gegeben, neben seinen zahlreichen „Cafés littéraires": Konferenzen, Debatten, Filmvorführungen und Begegnungen zu den unterschiedlichsten Themen. Ein kleines Theater, eine Musikbühne, ein Lesesalon mit gut bestückter Bibliothek und eine tagsüber genutzte Co-Working-Mezzanine runden das Erlebnis ab. Das Gazette Café veranstaltet auch Swing-Abende und regelmäßige Festivals für klassisches Klavier, Theater und Literatur und empfängt Seminare sowie private Veranstaltungen in seinen verschiedenen Räumen. Von morgens bis spät in die Nacht geöffnet, mit einem Großteil seines kulturellen Programms kostenlos zugänglich, ist es eine wahrhaft einzigartige, herzliche und gesellige Institution im Herzen von Montpellier — ein echtes Café littéraire für das einundzwanzigste Jahrhundert, in dem gutes Essen, guter Wein, Musik, Bücher und menschliche Begegnung zusammenkommen.