Mit L'Animale setzt sich Chiara Bersani mit The Dying Swan auseinander, dem Solo, das Michel Fokine 1905 für Anna Pavlova erschuf. Sie reimaginiert es durch eine von John Cage inspirierte vokale und klangliche Dramaturgie, um eine einzige Frage: Was werden wir, wenn wir uns angesichts der tiefsten Nacht durch den Gesang selbst erkennen? Die Seele erscheint hier wie eine Volière voller Vögel — ein Raum, in dem Geste, Farbe, Atem und Intention zu Fleisch werden: das Fleisch von dem, was einmal war, von dem, was wächst, sich verwandelt, verblasst und zu einem Gespenst wird.
Als italienische Performerin und Choreografin erforscht Chiara Bersani die Politik des Körpers und wie die Bilder, die wir schaffen, zu den Narrativen der Gesellschaft sprechen, basierend auf der Idee des „Political Body". Ihr Meilenstein-Werk Gentle Unicorn reiste durch das Aerowaves-Netzwerk, und ihre Performance brachte ihr 2018 den Ubu Award für beste Performerin unter 35 Jahren ein; Sottobosco untersucht die Bindung zwischen behinderten Körpern und natürlichen Landschaften. Sie setzt sich für Barrierefreiheit für behinderte Künstler auf der Bühne ein und gründete 2020 die Vereinigung Al.Di.Qua.Artists mit. 2023 präsentierte die Kunsthaus Baselland Deserters, ihre erste Einzelausstellung in einer europäischen Institution (mit Bergamos Gamec), und sie wurde sowohl für die Black Carpet Awards als auch für die Diversity Awards nominiert. 2025 gewann sie den internationalen Live-Art-Preis beim ANTI Festival (Kuopio, Finnland), kuratierte die Saison Spazio Kor (Asti) mit und war Gastkuratorin des Bastards Festival (Trondheim). 2026 ist sie Finalistin des European Salavisa Dance Award, trat zudem in der von Marco Boarino inszenerten Eröffnungszeremonie der Paralympischen Winterspiele Mailand-Cortina auf und war beratend tätig. Sie ist assoziierte Künstlerin der Mailänder Triennale (2025-2027).